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10.11.2009
Rheinmetall-Konzern: Ergebnis vor Zinsen und Steuern im dritten Quartal mit 30 MioEUR erstmals in 2009 wieder positiv
- Defence mit Rekord-Auftragszahlen und weiterhin hohem Ergebnisniveau
- Automotive schafft Trendwende: Operatives Q3-Ergebnis nahe am Break-even
- Rheinmetall bestätigt Prognose für 2009: Positives EBIT nach
Restrukturierungsaufwendungen
- Kapitalerhöhung über 102 MioEUR erfolgreich durchgeführt
- Rückführung der Nettofinanzverbindlichkeiten um 196 MioEUR
Die Rheinmetall AG, Düsseldorf, weist im dritten Quartal 2009 erstmals in diesem Jahr wieder ein positives Quartalsergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) aus. Dank einer ver- besserten Situation im Automotive-Geschäft und einer anhaltend hohen Ertragskraft im Defence-Bereich beläuft sich das EBIT im dritten Quartal auf 30 MioEUR. Die gute Performance der Defence-Sparte und ein leichter Umsatzanstieg im Automobilbereich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres reichen aber noch nicht aus, die erheblichen Ergebnisbelastungen des ersten Halbjahres aus dem Automobil-Zuliefergeschäft auszugleichen.
Für das Geschäftsjahr 2009 ist Rheinmetall aber auf gutem Kurs, die Jahresziele zu erreichen und auch unter Einschluss der Restrukturierungsaufwendungen in der Automobilsparte insgesamt ein positives EBIT auf Konzernebene zu erwirtschaften. Erreicht wird dies vor allem mit einer erneut hohen EBIT-Rendite im Defence-Bereich sowie einer signifikant verbesserten Kostenstruktur der Automotive-Sparte, während sich gleichzeitig allmählich wieder steigende Abrufe der Automobilhersteller bemerkbar machen.
Klaus Eberhardt, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG: "Wir sind davon überzeugt, dass wir gestärkt aus der Krise hervorgehen und unsere Jahresziele erreichen werden. Den Löwenanteil daran hat unser profitabler Defence-Bereich, der das traditionell umsatzstärkste vierte Quartal erst noch vor sich hat. Unsere Kraftanstrengung bei Automotive zeigt Wirkung. Mit einschneidenden Kostensenkungen haben wir nicht nur ein positives September-Ergebnis erzielt, sondern nachhaltig sichergestellt, dass künftig auch bei einem niedrigeren Umsatzniveau wieder deutlich positive Ergebnisbeiträge möglich sind."
Rheinmetall Konzern: Krise im Automobilgeschäft belastet Ergebnis
Der Umsatz der Rheinmetall AG lag in den ersten neun Monaten 2009 mit 2.307 MioEUR um 520 MioEUR oder 18% unter dem Vorjahreswert. Dieser Rückgang ist ausschließlich auf den Unternehmensbereich Automotive zurückzuführen, der den Vorjahreswert beim Umsatz im Berichtszeitraum um 33% verfehlte. Im Gegensatz dazu weist Defence einen leichten Zuwachs um 2% gegenüber dem Vorjahr aus.
Auch die Ertragssituation des Rheinmetall-Konzerns zeigt sich durch das Automotive-Geschäft belastet. Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) ging in den ersten neun Monaten 2009 um 196 MioEUR auf minus 33 MioEUR zurück, nach plus 163 MioEUR im Vorjahreszeitraum. Hierbei schlagen insbesondere die Aufwendungen für die Restrukturierung im Automotive-Bereich in Höhe von 71 MioEUR in den ersten drei Quartalen negativ zu Buche.
Rheinmetall weist zum 30. September 2009 einen Auftragseingang von 3.692 MioEUR aus, was einem Zuwachs von 33% entspricht. Hier finden sich vor allem Großaufträge aus der Defence-Sparte wieder, an erster Stelle die Bestellung der Bundeswehr von 405 "Puma"-Schützen- panzern mit einem Volumen von 1,3 MrdEUR.
Die Nettofinanzverbindlichkeiten der Rheinmetall AG wurden gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitpunkt um 196 MioEUR zurückgeführt, sie beliefen sich am Quartalsende auf 432 MioEUR. Die im Juli 2009 durchgeführte Kapitalerhöhung hat dazu mit 102 MioEUR beigetragen. Die Eigenkapitalquote beträgt 33% zum Ende des dritten Quartals, nach 31% am 31. Dezember 2008.
Defence: Stabiles Wachstum bei hoher Ertragskraft
Weiter auf Wachstumskurs ist der Defence-Bereich, der seinen Umsatz in den ersten neun Monaten um 18 MioEUR gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 1.195 MioEUR (Q1-3 2008: 1.177 MioEUR) steigern konnte. Der Auftragseingang im Berichtszeitraum erreichte 2.546 MioEUR und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr (Q1-3 2008: 1.125 MioEUR) mehr als verdoppelt. Neben dem Serienauftrag zur Produktion von "Puma"-Schützenpanzern unterstreichen weitere Bundeswehr-Aufträge mit einem Gesamtvolumen von über 200 MioEUR, z.B. über Feldlagerschutz-Systeme und geschützte Transportfahrzeuge, die Kompetenz des Unternehmens bezüglich Schutz der Soldaten im Einsatz.
Einen neuen Rekordwert erreicht der Auftragsbestand, der zum 30. September 2009 bei 4.685 MioEUR lag und den entsprechenden Vorjahreswert von 3.349 MioEUR um 1.336 MioEUR oder 40% übertrifft.
Positiv entwickelte sich auch die Ertragssituation bei Defence. Der Unternehmensbereich erzielte in den ersten neun Monaten 2009 ein EBIT von 110 MioEUR und übertraf den entsprechenden Vorjahreswert um 2 MioEUR. Operativ beträgt die Verbesserung 15 MioEUR oder 16%, denn das EBIT der ersten drei Quartale 2008 in Höhe von 108 MioEUR beinhaltet einen positiven Sondereffekt (Badwill) von 13 MioEUR aus der Akquisition der Denel Munition in Südafrika.
Auch die operative EBIT-Rendite weist deutlich nach oben. Sie beträgt in den ersten neun Monaten 9,2% nach 8,1% im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Bezogen auf das dritte Quartal 2009 konnte die EBIT-Rendite des Defence-Bereichs auf 10% gesteigert werden, im Vorjahr lag sie operativ bei 9,3%.
Automotive: Umsätze zeigen Aufwärtsentwicklung
Der Unternehmensbereich Automotive erlitt in Folge der scharfen Rezession einen erheblichen Nachfrageeinbruch mit Rückgängen um rund 35% in den wichtigen Automobilmärkten der Triade (NAFTA, Westeuropa, Japan). Er erzielte in den ersten drei Quartalen 2009 einen Umsatz von 1.112 MioEUR und unterschritt damit den Vorjahreswert um 538 MioEUR oder 33%.
Der Umsatzrückgang schwächte sich im Jahresverlauf jedoch ab, so dass das Geschäftsvolumen des dritten Quartals mit 395 MioEUR zwar noch 21% unter dem Vorjahreswert liegt, aber wieder deutlich über den Vorquartalen 2009. In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres wurde ein Umsatz von 340 MioEUR erzielt, gefolgt von 377 MioEUR im zweiten Quartal.
Das EBIT des Unternehmensbereichs Automotive belief sich in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf minus 136 MioEUR. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 202 MioEUR.
Der operative Verlust – ohne Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 71 MioEUR – bis September 2009 belief sich auf minus 65 MioEUR; er entfiel mit minus 40 MioEUR auf das erste Quartal, mit minus 21 MioEUR auf das zweite Quartal und mit minus 4 MioEUR auf das dritte Quartal 2009. Damit hat Automotive im dritten Quartal den Break-even operativ fast erreicht.
Zu dieser Verbesserung hat neben dem leichten Umsatzanstieg vor allem auch das im Vorjahr eingeleitete Programm zur Kostensenkung beigetragen, das zunehmend Wirkung entfaltet. Bis zum dritten Quartal wurden Einsparungen in Höhe von 50 MioEUR erzielt.
Prognose: Trotz höherer Restrukturierungsanstrengungen positives Konzernergebnis für 2009
Die Geschäfts- und Ertragsentwicklung der beiden Unternehmensbereiche Defence und Automotive wird auf der Grundlage der Prognosen für den Markt für Verteidigungsgüter und für den weltweiten Automobilmarkt unterschiedlich verlaufen. In 2009 wird die Entwicklung des Rheinmetall-Konzerns im Wesentlichen durch die gute Performance des Defence-Bereichs getragen.
Für den Defence-Bereich rechnet Rheinmetall in 2009 mit einer Fortsetzung des Wachstums- kurses und einem Umsatz von 1,9 MrdEUR bei einer Rendite von mindestens 10%.
Basierend auf den aktuellen Schätzungen von CSM Worldwide, die einen Rückgang der Fahrzeugproduktion (Pkw und Light Commercial Vehicles) von 27 % in den Triade-Märkten prognostiziert, rechnet der Unternehmensbereich Automotive im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatzrückgang von rund 500 MioEUR gegenüber dem Vorjahr.
Infolge der zusätzlichen Maßnahmen zur Verschlankung der Konzernstrukturen ist im Automotive-Bereich von 20 MioEUR höheren Einmalkosten für Restrukturierungen und Sonderabschreibungen auszugehen; damit steigt der Restrukturierungsaufwand auf 120 MioEUR. Diese Erhöhung wird allerdings durch bessere operative Ergebnisse in beiden Unternehmens- bereichen vollständig ausgeglichen. Defence erwartet ein EBIT von über 190 MioEUR; Automotive wird beim operativen Verlust unter der bisher prognostizierten Höhe von 80 MioEUR bleiben.
Damit wird der bisherige Ausblick für den Rheinmetall-Konzern bestätigt. Auch nach Abzug der Restrukturierungsaufwendungen geht der Rheinmetall Konzern von einem positiven Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Geschäftsjahr 2009 aus.
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